Was du über Streckmittel in Cannabis wissen solltest!

19.02.2020 10:21

Streckmittel in Marihuana – Wie erkenne ich sie und welche Gefahren gehen von ihm aus?

Ein leidiges Thema… aber nur wer sich auskennt, kann sich vor den Gefahren schützen! Na klar, es ist ungeil, wenn Du nicht die erwartete Qualität bzw. Menge beim Einkauf bekommst, aber viel wichtiger, es könnte gesundheitsgefährdend für dich werden! Unbewusst hat wahrscheinlich jeder Konsument schon mal gestrecktes bzw. verschimmeltes Gras geraucht. Oftmals weniger schlimm für die Gesundheit, trotzdem mehr als ärgerlich.

Doch neben den eher ungefährlichen „Mittelchen“, gibt es schwarze Schafe, die mit ihren Streckmethoden wissentlich, aus reiner Profitgier, Deine Gesundheit aufs Spiel setzen. Wie kannst Du dich schützen?

In diesem Artikel wollen wir Dir einige gängige Methoden zeigen, wie Du Streckmittel erkennst und welche Risiken sie mit sich bringen.

Blei

Blei ist eines der gefährlichsten Streckmittel.

Auch Metalle werden zum Anreichern von Gras benutzt. Blei ist vor allem von Sylvester bekannt: Bleigießen. Hier wird schon klar, dass Blei ein extrem weiches Metall mit einem niedrigen Schmelzpunkt ist.

Blei ist extrem gesundheitsschädlich bzw. giftig! Eine solche schwere Bleivergiftung bringt einen Krankenhausaufenthalt mit sich. Symptome für eine Bleivergiftung sind Übelkeit, Verstopfung und krampfhafte Bauchschmerzen. Sollten zusätzliche Lähmungserscheinungen und motorische Störungen auftreten ist sofortige medizinische Hilfe notwendig.

Erkennen kann man Bleispäne, indem man das Weed auf ein weißes Blatt Papier legt und es dann mit dem Finger mit Druck über das Papier streift. Es entstehen dadurch gräuliche Striche, ähnlich denen eines Bleistifts. Bleisulfit kann über diese Methode jedoch nicht sichtbar gemacht werden! Dieses Bleisulfit ist in Form winziger Bleispäne unter anderem in der Blüte eingeschlossen. Eine Blei-Gras-Welle gab es zuletzt in Leipzig, die aber ab Mitte 2008 wieder stark zurückging. Seitdem ist mit Blei verseuchtes Cannabis zur Seltenheit geworden.

Brix

Quelle: Deutscher Hanfverband Abb.1: Mit Brix gestrecktes Cannabis // Quelle: Deutscher Hanfverband

Brix ist ein synthetisches Streckmittel. Benutzt wird es, um das Gewicht künstlich zu erhöhen. Es ist eine Flüssigkeit, die größtenteils aus Zucker, Hormonen und flüssigem Kunststoff besteht.

Getrocknete Buds werden mit Brix besprüht, eingetunkt und sehen nach der Behandlung sehr frisch und feucht aus. Gleichzeitig geht aber ein relativ schwacher Geruch davon aus. Auffällig ist auch, dass die Buds fest aussehen als wären sie eng zusammengepresst worden. Verbrixtes Gras verbrennt nur schwerfällig und hinterlässt relative harte und dunkle Asche. Wenn man die Asche zwischen seinen Fingerspitzen verreibt, hinterlässt sie einen leichten Ölfilm. Bei einer Geschmacksprobe fällt eine chemisch- säuerliche, bitter-salzige Geschmacksnote auf.

Die gesundheitlichen Folgen bei der Inhalation von Kunststoffen und Hormonen sind nicht genau absehbar! Erste Anzeichen sind vermehrte Schleimbildung und Atemprobleme, vergleichbar mit einer Bronchitis.

Vogel- und Quarzsand

Quelle: Deutscher Hanfverband Abb.2: Sandgestrecktes Cannabis // Quelle: Deutscher Hanfverband

Klar, kleine Krümelchen von Sand und Erde in Deinem Tütchen bzw. zwischen Buds kann normal sein, schließlich handelts sich bei MarryJane um ein natürliches, pflanzliches Produkt.

Findest du allerdings große Mengen an sand- bzw. erdähnlichen Bestandteilen, ist dies ein klares Indiz für gestreckte Ware. Diese Rückstände fallen besonders am Boden eines Zip-Beutels ins Auge. Falls Du Bedenken hast, kannst du eine kleine Probe in den Mund nehmen und kurz vorsichtig darauf kauen. Bei starkem Knirschen solltest du also vorsichtig sein.

Akute Risiken bestehen zwar nicht, dauerhafter Konsum von mit Mineralien gestrecktem Gras wird allerdings Deine Lunge deutlich belasten. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (Lungenheilkunde) Dieter Köhler befürchtet langfristig sogar schlimme Folgen, wie eine starke Lungenentzündung. Außerdem gibts günstigeren Sand auf dem Spielplatz!

Talkum, Speckstein

Mit Talkum verunreinigte Buds erkennt man an dem matt-weiß schimmernden Glanz. Sie fühlen sich seifig bzw. speckig an. Auch hier versucht der unseriöse Verkäufer seine Ware schwerer zu machen, als sie wirklich ist. Ein netter Nebeneffekt, die Buds schauen harziger aus, als sie eigentlich sind. Dir wird also Scheiße für Gold verkauft…

Wie erkennst Du die Verunreinigung? Lasse einen Bud aus einer gewissen Höhe auf eine schwarze Unterlage fallen – es darf kein weißes Pulver herausrieseln. Falls Dir beim Konsum ein starker Aluminiumgeschmack auffällt und gleichzeitig der vertraute Geschmack fehlt, ist dies ebenfalls ein sicheres Indiz dafür, dass du deine Finger von diesem Zeug lassen solltest.

Da Talkum-Ablagerungen im Körper nur schwer wieder abtransportiert werden können, kann das Rauchen von mit Talkum verunreinigtem Marihuana böse für dich enden! Silikose, eine Lungenkrankheit, bekannt vor allem bei Bergbauarbeitern kann die Folge sein.

Zucker

Zucker ist eine sehr günstige Methode zum Strecken und dient dazu, zum tatsächlichen Gewicht etwas dazu zu schummeln.

Erkennen tust du‘s leicht. Da Zucker süß schmeckt, hat dein gestrecktes Gras einen intensiv süßlichen Geschmack. Es brennt ebenfalls sehr schlecht ab und hinterlässt relativ harte Asche. Dies sollte immer ein Indikator für Dich sein, die Finger vom Joint zu lassen!

Zucker im Überfluss ist nicht nur schlecht für die Ernährung, sondern vor allem dann, wenn Du ihn, versehentlich, rauchst. Beim Verbrennen von Zucker entstehen eine Vielzahl an krebserregenden Stoffen, die Deine Lungenflüge schädigen können. Zusätzliches Risiko kann von feinen Karamelltropfenausgehen, die sich in nach dem Inhalieren in deinen Atemwegen ablagern.

Haarspray

Gras, das mit Haarspray kontaminiert wurde, ist auffällig hart, klebt und lässt sich kaum zerbröseln. Von Vorteil ist, dass es optisch leicht erkennbar ist und durch den typischen chemischen Geruch auffällt.

Konsumenten, die sich trotz der offensichtlichen „Warnhinweise“ an das gestreckte Marihuana herantrauen, berichten von Reizungen ihrer Atemwege, starkem Husten sowie Halsschmerzen. Die logische Konsequenz sollte sein, dass Du die Finger von verunreinigtem Gras lassen solltest, um die Gefahren vor Krebserkrankungen zu minimieren.

Haze-Spray

Durch die gestiegene Nachfrage nach Haze-Produkten haben sich auch hier die gewissenlosen Strecker etwas einfallen lassen: Haze Spray. Ein künstliches Aroma, dass nach dem Trockenvorgang auf die Blüten aufgesprüht wird. Damit wird auch dem grottigsten Hanfverschnitt ein angenehm vertrauter Haze Duft verpasst.

Das Problem: Erkennbar ist dieser Schummel-Zusatz nur von erfahrenen Haze-Konsumenten. Der Geruch, das Abbrennverhalten und die untypischen „Nebenwirkungen“ können Indikatoren für Haze-Spray sein. Die Risiken sind eben diese Nebenwirkungen, wie Übelkeit und starke Kopfschmerzen. Darüber hinaus kann es ganz schön übel ausgehen: Schilddrüsenprobleme und Verdauungsstörungen werden ebenfalls aufgeführt.

Glas

Quelle: Deutscher Hanfverband Abb.3: Glaspartikel // Quelle: Deutscher Hanfverband

Es gibt nichts was es nicht gibt. In Deutschland gibt es zum Glück wenige Berichte über diese perfide Art der „Modifikation“. Die winzigen Glaspartikel stammen vermutlich aus der industriellen Fertigung, bspw. Rückstände beim Sandstrahlen.

Die Partikel sind mit dem bloßen Auge sehr schlecht erkennbar und am besten mittels Taschen- Mikroskop verifizierbar. Auch hier ist der unbedingte Rat, sollte Dir etwas komisch vorkommen – Finger weg! Auf scharfkantige Glasstückchen in der Lunge hat niemand Lust. Die schwerwiegenden Folgen liegen auf der Hand! Konsum von „Glasgras“ lässt schlimmstenfalls Deine Lunge kollabieren!

Phosphor- Kaliumdünger PK13 / 14

Dünger hat jeder Grower in seinem Standardrepertoire, schließlich sollen die Pflanzen vernünftig wachsen und gedeihen. PK 13/14 klingt ungewohnt, steht aber letztendlich nur für das Verhältnis von Phosphor und Kalium. Sollte also eine PK 13/14 Flasche herumstehen ist das allein noch kein Indiz für gestrecktes Pflanzengut.

Absolut verwerflich und fahrlässig ist es allerdings, seine Gewächse damit zu besprühen, oder diese sogar darin einzutauchen!

PK13/14 ist kein organisches Düngemittel, sondern zählt zu den mineralischen Gemischen. Pflanzen, die mit PK 13/14 besprüht, oder darin eingetunkt worden sind, werden nicht nur schwerer, sondern erhalten zudem ein ungewöhnlich starkes Glitzern. Klar, die Trichome können bei ungestrecktem Marihuana auch funkeln – jedoch schwächer als bei gepanschtem Gras. Leider ist dieser Unterschied äußerst schwer zu erkennen. Anders als bei der oben beschriebenen Brix-Variante, behält das Weed einen Großteil des ursprünglichen Geruchs. Die Geruchsunterschiede sind am besten mit Hilfe einer reinen Vergleichsblüte zu unterscheiden. Der Nebengeruch des gestreckten Buds erinnert leicht an Urin.

Darüber hinaus kann auch die Asche entscheidende Hinweise auf PK13/14 geben. Links die "normale" Asche und rechts die Asche von Gras, das mit PK13/14 gestreckt wurde:

Quelle: Deutscher Hanfverband Abb.4: Asche im Vergleich // Quelle: Deutscher Hanfverband

Leider gibt es auch hier keine repräsentativen Langzeitstudien über die Gefahren und Risiken, aber wir raten auch hier in aller Deutlichkeit von behandeltem Marihuana ab! Berichtet wird allerdings, wie auch bei Haze-Spray, von Übelkeit und Verdauungsstörungen und Schilddrüsenproblemen.

Schimmel

Durch falsche Lagerung etc. kann selbstverständlich auch dein Gras schimmeln. Wie bei allen organischen Lebensmitteln, bildet sich auf dem Gras ein weißer, pelziger Schleier bzw. ungewöhnlich weiße, trübe Punkte. Zur Identifizierung raten wir auch hier ein kleines Mikroskop vor dem Konsum zu benutzen. Logisch, auch hier raten wir klar vom Konsum ab.

Um Schimmel bei deinen eigenen Kräutern zu vermeiden empfehlen wir die Arbeit mit den praktischen Boveda-Packs in Kombination mit speziellen Behältern, wie Tightvacs oder Miron-Dosen. Durch das Boveda Pack wird die Luftfeuchtigkeit konstant auf wahlweise 58%, oder 62% gehalten - je nach Gusto.


Weitere Informationen zu Streckmitteln und aktuelle Nachrichten zum Thema Drogenpolitik findest du auf der Webseite des Deutschen Hanfverbands DHV. Wichtig ist natürlich: Kenne Deine Quelle. Als „Selbstschutz“ empfehlen wir dir die Ware immer genau zu begutachten. Dafür gibt es z.B. ein Handliches Mikroskop mit LED-Beleuchtung. In unseren Augen ein unabdingbares Helferlein, um auf Nummer sicher zu gehen. Zudem gibt es im WWW auch Substanztests, die mögliche Brix-, oder Bleikomponenten anzeigen. Ein Anwendungsbeispiel zu diesen Tests findest du HIER.

An alle Strecker in diesem Land: Fuck you!